{"id":449,"date":"2015-11-20T22:57:00","date_gmt":"2015-11-20T20:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/?p=449"},"modified":"2017-07-08T22:24:37","modified_gmt":"2017-07-08T20:24:37","slug":"rauf-runter-rauf-runter-bis-die-waden-gluehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/index.php\/2015\/11\/20\/rauf-runter-rauf-runter-bis-die-waden-gluehen\/","title":{"rendered":"Rauf, runter, rauf, runter &#8230; bis die Waden gl\u00fchen oder ein Grill am Abend."},"content":{"rendered":"<p>Da uns die Free Walking Tour gestern so ausgesprochen gut gefallen hat, gehen wir wieder mit unseren portugiesischen &#8222;Freunden&#8220; auf Stadttour. Serviert werden weniger Kuriosit\u00e4ten und Parallelen zu Harry Potter, daf\u00fcr mehr portugiesische Geschichte und wir finden von einem noch besseren Guide.<\/p>\n<p>An unserer Lieblingsbr\u00fccke Ponte Luis I. erfahren wir, dass der Eiffelturm in Paris eine Revanche f\u00fcr dieses ehemals gr\u00f6\u00dfte Stahlbauwerk der Welt war. Ein Assistent Gustav Eiffels hatte eben diesen bei der Projektausschreibung unterboten, um sich daf\u00fcr zu &#8222;bedanken&#8220;, dass Eiffel anscheinend bei einem vorherigen Br\u00fcckenprojekt in Porto den ganzen Ruhm f\u00fcr sich beanspruchte. Dabei hatte lediglich das B\u00fcro Eiffels den Auftrag erteilt bekommen. Der Maestro selbst hatte aber wohl nicht mal den Stift daf\u00fcr in die Hand genommen. Man stelle sich also vor, es h\u00e4tte diesen &#8222;Eklat von Porto&#8220; nicht gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1043.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1043.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Heute dann die Empfehlung der Porto Walkers f\u00fcr ein Francesinha im Caf\u00e9 Santiago. Tja\u2026manches hatten wir voraus. Aber wir erfahren, dass die scharfe Sauce dazu fuehren sollte, dass die konservativen M\u00e4dchen Portos etwas von ihren Kleidern fallen lassen. Wir stimmen allerdings \u00fcberein, dass diese Absicht bei t\u00e4glichem Verzehr irgendwann auch ins Gegenteil umschlagen k\u00f6nnte.Bei all den vielen Kirchen, Kloestern und Konventen im &#8222;portugiesischen Vatikan&#8220; lernen wir auch \u00fcber Nonnen, die oftmals ins Kloster gingen, um einer Zwangsverheiratung zu entgehen. Wenn sie nicht gar den Freitod w\u00e4hlten. Der Gang ins Konvent war oft f\u00fcr die sprichw\u00f6rtliche Ewigkeit.&nbsp;Deutlich heitere Anekdoten&nbsp;h\u00f6ren wir \u00fcber den und im Bahnhof Sao Bento, mit all seinen aufwendig gebrannten und bemalten&nbsp;Kacheln, die von portugiesischer Geschichte berichten. Der beauftragte Architekturstudent hatte nicht nur deutlich in der Bauzeit \u00fcberzogen, sondern auch noch Toiletten und Ticketschalter vergessen zu planen. Aber mit der Perfektion nimmt man es in Portugal ohnehin nicht so genau. Eine der Kacheln wurde bewusst falsch gezeichnet und eingesetzt, da man Gott nicht erz\u00fcrnen wollte. Einzig ihm sei es gestattet Perfektion in diese Welt zu bringen.<\/p>\n<p>Nicht weit vom Bahnhof kann man noch Teile der alten Stadtmauer begehen, von der man in Richtung des Dourotals schauen kann. Jetzt endlich erfahren wir, woher der Portwein wirklich kommt bevor er in den Kellern von Villa Nova di Gaia zu einem feinen Gebr\u00e4u reift. Und als h\u00e4tten wir schon geahnt, dass die Weintour am Abend wegen zu weniger Interessenten ausfallen muss, bekommen wir auf der Stadtmauer einen kleinen Exkurs in Sachen&nbsp;Portweinkunst &#8211; Ruby und Tawny, Branco und auch Green Wine sind ab sofort keine Fremdw\u00f6rter mehr. Und ja, es ist ein schn\u00f6der Stempel, den die F\u00e4sser auf der anderen Seite des Douro bekommen, der dem Portwein seinen Namen gibt. Von Porto aus werden die F\u00e4sser&nbsp;dann \u00fcber den Atlantik verschifft.<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1032-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1032-2.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;<br \/>\nAuf dem Weg hinunter zur Waterkant, die dem Portwein seinen Namen gibt, d\u00fcrfen wir himmlische Creme und Schokokuchen geniessen. In einer unscheinbaren Gasse zaubert ein Ehepaar s\u00fc\u00dfe Leckereien f\u00fcr die Gastronomie. Dank der Porto Walkers haben wir nun aber ein Dauerabo und d\u00fcrfen auch am Fabrikverkauf teilnehmen. Wer nett fragt, bekommt aber gern die Adresse und das Zauberwort f\u00fcr den Privatverkauf\u2026pssst, nicht weitersagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1175.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1175.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;<br \/>\nAn der Ribeira wieder etwas Drama. Das gro\u00dfe Ungl\u00fcck von Porto bei dem es zu&nbsp;4000 Toten beim Zerbrechen einer Behelfsbr\u00fccke kommt, lockt heute noch viele trauende, gl\u00e4ubige Portugiesen an. Das Kunstwerk was heute an den tragischen Tag erinnern soll, f\u00e4llt in die Kategorie: ist das Kunst oder kann das Weg. Wenn man nicht genau hinsieht, findet man das St\u00fcck verrosteten Stahl im Wert von 250.000 Euro erst gar nicht. Tats\u00e4chlich dramatisch nehmen wir das Ende der tollen Tour wahr. Hier enden die Geschichten \u00fcber Porto vorerst und leider m\u00f6chte auch niemand weiter am Nachmittag an der Weintour teilnehmen.<\/p>\n<p>Da die Portweintour ausf\u00e4llt&nbsp;gehen wir&nbsp;neugierig ins Touristen (-) Caf\u00e9 Majestic, trinken Espresso f\u00fcr drei (!!!) Euro und schleichen dann heimlich weiter in die &#8222;Harry Potter&#8220; Buchhandlung. Ein bisschen k\u00f6nnen wir verstehen was J. K. Rowling hier inspiriert hat, finden aber leider kein Buch, was uns auf dieser Reise noch fesseln soll. Liegt mit geringem Anteil auch an unseren Sprachkenntnissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1074.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1074.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;<br \/>\nAbends geben wir uns nicht wieder mit Stulle und Dose zufrieden. Wir haben von unserem Guide eine Empfehlung f\u00fcrs Fisch essen bekommen. Also ab in den Bus Richtung Matosinha. Hier kann man nach nur 30 min. Fahrt schon richtig den Atlantik riechen. Es wird in grossen Lagerhallen Fisch verarbeitet und in den anliegenden &nbsp;Restaurants kann man sich diesen auf den Grill legen lassen und mit einem guten Tropfen Wein aus dem Dourotal geniessen. Wir haben keinen blassen Schimmer was wir essen sollen. Die Karte ist lang, portugiesisch und andere Touristen im Restaurant &#8222;O Lusitano&#8220; k\u00f6nnen wir auch nicht fragen. Unsere Nachbarn sind Portugiesen und ern\u00e4hren sich heute ausschliesslich von Tintenfischen. Irgendwie k\u00f6nnen wir der Chefin des Hauses aber klar machen, dass wir m\u00f6glichst viel probieren wollen. Am Ende landet Rochen, Ozeanlachs, Tintenfisch und Kraken auf dem Grill vor der Haust\u00fcr. Bei den Kartoffeln und dem bestellten Salat brauchen wir gl\u00fccklicherweise keine Essanleitung. Die Einf\u00fchrung in die Esskultur von&nbsp;Tintenfisch und Kraken nimmt die Chefin dann aber pers\u00f6nlich in die Hand. Augen abschneiden, Tinte raus, Dr\u00fcsen weg und dann kanns losgehen. Beim Rochen sollen wir uns keine Sorgen machen, die Gr\u00e4ten w\u00e4ren ja eher Knorpel. Wir verzichten aber auf dieses Experiment. In dem Familienbetrieb tauchen dann noch Tochter, Enkel und die Papis auf. Wir f\u00fchlen uns pudelwohl und gut aufgehoben. Der Schnaps aus einer Art Samowar f\u00fcr Kaltes geht leicht runter. So sind wir gewappnet f\u00fcr den R\u00fcckweg ins Hotel. Was f\u00fcr ein Tag. Porto O Porto, wir lieben dich.<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1151.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1151.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1153.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1153.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;&nbsp;<a href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1159.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/img_1159.jpg\" alt=\"\"><\/a>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da uns die Free Walking Tour gestern so ausgesprochen gut gefallen hat, gehen wir wieder mit unseren portugiesischen &#8222;Freunden&#8220; auf Stadttour. 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