{"id":652,"date":"2016-05-10T20:00:10","date_gmt":"2016-05-10T18:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/?p=652"},"modified":"2016-05-21T16:23:39","modified_gmt":"2016-05-21T14:23:39","slug":"zweiter-tag-in-florenz-kultur-pur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/index.php\/2016\/05\/10\/zweiter-tag-in-florenz-kultur-pur\/","title":{"rendered":"Zweiter Tag in Florenz: Kultur pur"},"content":{"rendered":"<p>Heute steht Kultur auf dem Programm: wir haben eine 3-st\u00fcndige Stadtf\u00fchrung mit Artviva Tours und Tickets f\u00fcr die Uffizien besorgt. Die Voraussetzungen f\u00fcr die Aufnahme von so viel Neuem sind nicht g\u00fcnstig, denn unser Schlaf ist stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Genau genommen steht die Nacht unter dem Motto \u201eHauen und Stechen\u201c \u2013 wobei wir den Hauen-Teil \u00fcbernehmen und die blutr\u00fcnstigen Toskanam\u00fccken den Stechen-Teil. Am Ende k\u00f6nnen wir einen knappen Sieg verbuchen, immerhin bei gro\u00dfer quantitativer \u00dcberlegenheit. 8 neue Blutflecken zieren jetzt das Innere von unserem Bus. Diese sollen allen Artgenossen eine Warnung sein. Hier werden keine Gefangen gemacht.<\/p>\n<p>Wir stehen nach der kurzen Nacht bereits um 6 Uhr auf, denn die Stadtf\u00fchrung startet um 9:30 Uhr und wir haben das dringende Bed\u00fcrfnis von diesem Campingplatz herunter zu kommen. Wir fahren mit dem Bus auf einen Stellplatz in der N\u00e4he des Zentrums \u2013 hier gibt es auch einen tollen Ausblick und kein stinkendes Toilettenh\u00e4uschen, na ja es gibt eben gar kein Toilettenh\u00e4uschen. Nun schnell zur Bushaltestelle. Oh je, mit dem knurrigen Busfahrer und dem geschlossenen Ticketverkauf haben wir nicht gerechnet. Egal! Nehmen wir eben den n\u00e4chsten Bus. Trotzdem schaffen wir es p\u00fcnktlich zu Artviva sogar mit eingeschobener Toilettenpause in einem zuckers\u00fc\u00dfen Hotel. Pfff, Herr Busfahrer!<\/p>\n<p>Jetzt startet das Kulturprogramm: Tatjana eine Russin, die augenscheinlich bis \u00fcber beide Ohren verliebt ist in Florenz f\u00fchrt uns durch die Stadt. Drei Stunden spricht sie ununterbrochen \u00fcber Geschichte, Anekdoten, Fresken, die Medici, die Kirche und die Florenzer. Wir k\u00f6nnen nicht mal die H\u00e4lfte behalten. Aber es ist wahnsinnig interessant und macht viel Spa\u00df. Wir stiefeln \u00fcber eine Unmenge an Piazzas: die Piazza de la Republica, wo Florenz seinen Ursprung genommen hat, \u00fcber die Piazza de la Senora, auf der David, Herkules und unendlich viele andere Statuen von namhaften Bildhauern stehen und so viele Touristengruppen mit roten, gr\u00fcnen oder blauen F\u00e4hnchen, wie ich sie noch nie in meinem Leben gesehen habe. Wir gehen in Kirchen: die Ora San Michele, die gleichzeitig Kirche und Kornhandel war und eine der wenigen eckigen Kirchen ist, die es gibt auf der Welt; die Trinity Kirche, in der Fresken das Leben des heiligen Franziskus von Assisi darstellen und weitere, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Am Ende sehen wir nat\u00fcrlich die Ponte Vecchio und besuchen den Duomo.<\/p>\n<p>Gelernt habe ich, dass das Bankwesen in Italien entstanden ist. Und zwar auf echten B\u00e4nken. Jede Bank = ein Finanzinstitut. War die Bank nicht mehr zahlungsf\u00e4hig, musste sie zerschlagen werden und da haben wir den Ursprung des Wortes \u201ebankrott\u201c, ha! Au\u00dferdem habe ich verstanden, warum die Kirchen in Italien so prunkvoll sind \u2013 die reichen H\u00e4ndler und Bankiers wollten nicht in die H\u00f6lle trotz ihres s\u00fcndigen Handels. Die Kirchenherren rochen einen guten Deal und sagten ihnen, dass sie das nicht m\u00fcssten, wenn sie mit ihrem Geld etwas f\u00fcr Gott tun, bzw. f\u00fcr ein sch\u00f6neres Kirchendach. Ach ja, in Italien w\u00e4scht eben eine Hand die andere. Damals zumindest.<\/p>\n<p>Nach so viel Kultur und Bildung ist es Zeit f\u00fcr ein Panini, wir werden f\u00fcndig auf der anderen Seite der Ponte Vecchio. Hier wird das Panini mit mindestens sechs Lagen bestem Schicken, Salami und K\u00e4se belegt. Und das f\u00fcr vier Euro. Super, die Grundlage f\u00fcr das n\u00e4chste kulturelle Highlight ist gelegt. Wir gehen gest\u00e4rkt in die Uffizien, vorbei an der langen Schlange.<\/p>\n<p>Die Uffizien, die fr\u00fcher das Verwaltungsgeb\u00e4ude der Medici waren, beherbergen heute eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Das Geb\u00e4ude, jedenfalls das obere Stockwerk ist schon ein Kunstwerk an sich \u2013 samtbezogene R\u00e4ume, mit Fresken geschm\u00fcckte Decken und zwischendurch immer wieder beeindruckende Ansichten auf die prunkvolle Stadt.<\/p>\n<p>Vom Mittelalter bis zur Renaissance kann man hier vor allem die Kunstwerke der Italiener bestaunen \u2013\u00a0 viele Marias, Madonnen, Jesusfiguren und Szenen aus der Bibel also, in den unterschiedlichsten Varianten. Mein Highlight in der obersten Etage: Boticelli. In den Uffizien h\u00e4ngt sowohl die Geburt der Venus als auch der Fr\u00fchling \u2013 beeindruckende Werke, die von innen zu leuchten scheinen, wundersch\u00f6n sind und sich mit ihrer einzigartigen \u00c4sthetik von allen anderen Bildern auf dieser Etage abheben. Die vielen Bedeutungsebenen, die sie bieten, werde ich nie ganz verstehen. Dazu fehlt mir das kunsthistorische Wissen. Aber sie ber\u00fchren mich und ich h\u00e4tte sie gerne l\u00e4nger betrachtet, w\u00e4re nicht so ein anstrengendes Getummel um sie herum.<\/p>\n<p>Circa zwei Stunden brauchen wir f\u00fcr die obere Etage. Die F\u00fc\u00dfe sind langsam platt und die K\u00f6pfe auch. Wir gehen eine Etage hinunter. Hier geht es weiter mit der Zeit nach Boticelli und weiteren Madonnen und Altarbildern. Diesen Teil durchqueren wir recht schnell, nicht nur wegen unsere F\u00fc\u00dfe und K\u00f6pfe. Dazu gibt es in der unteren Etage eine Abteilung f\u00fcr ausl\u00e4ndische K\u00fcnstler aus den gleichen Epochen. Hier h\u00e4ngen nat\u00fcrlich viele Holl\u00e4nder wie Rembrandt und auch unser fl\u00e4mischer Freund Rubens \u2013 die Themen also mal wieder etwas andere. Die Abwechslung tut gut. Dennoch die untere Etage macht uns lange nicht so viel Spa\u00df wie die obere, r\u00e4umlich hat sie nichts zu bieten und noch dazu gibt es auch kaum noch Audikommentare. Nach einer weiteren Stunde in den Uffizien reicht es uns und wir treten den Weg zur\u00fcck nach Fiesole an, es wird Zeit f\u00fcr gutes Essen.<\/p>\n<p>Am Marktplatz in Fiesole stolpern wir \u00fcber die winzig kleine und wahnsinnig s\u00fc\u00dfe Trattoria Vinandro. Hier essen wir gro\u00dfartige Anchovis, Pasta mit Pistazien Pesto, Wildschwein-Gulasch und zum Abschluss Cantuccini mit Vin Santo. Alles sehr lecker. Eine ordentliche Belohnung nach so viel Kulturgenuss.<\/p>\n<figure id=\"attachment_706\" aria-describedby=\"caption-attachment-706\" style=\"width: 2448px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a class=\"img\" href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-706 size-full\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068.jpg\" alt=\"IMG_3068\" width=\"2448\" height=\"2448\" srcset=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068.jpg 2448w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068-150x150.jpg 150w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068-300x300.jpg 300w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068-768x768.jpg 768w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3068-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2448px) 100vw, 2448px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-706\" class=\"wp-caption-text\">San Sebastian<\/figcaption><\/figure>\n<p><a class=\"img\" href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3076.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-707\" src=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3076.jpg\" alt=\"IMG_3076\" width=\"3264\" height=\"2448\" srcset=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3076.jpg 3264w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3076-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3076-768x576.jpg 768w, http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3076-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 3264px) 100vw, 3264px\" \/><\/a> <a class=\"img\" href=\"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/IMG_3037.jpg\"><img decoding=\"async\" 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