{"id":949,"date":"2018-06-27T16:07:27","date_gmt":"2018-06-27T14:07:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/index.php\/2018\/06\/27\/sturm-an-der-westkueste\/"},"modified":"2018-07-02T18:17:06","modified_gmt":"2018-07-02T16:17:06","slug":"sturm-an-der-westkueste","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/index.php\/2018\/06\/27\/sturm-an-der-westkueste\/","title":{"rendered":"Sturm an der Westk\u00fcste"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\">Schweden 2018 \u00b7 Teil 3<\/h3>\n<p>Auf dem Weg nordw\u00e4rts zum n\u00e4chsten Campingplatz, besuchen wir Malm\u00f6, die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt Schwedens. Wir parken im Parkhaus der Konzert- und Kongresshalle im modernen B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftszentrum.<\/p>\n<p>Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Saluhalle, zu deutsch Markthalle. Hier wird gekocht und geschlemmt. Die richtige Grundlage f\u00fcr eine Stadtexkursion. Es gibt Fleisch, Fisch, Italienisch, Asiatisch, Kaffee, Schokolade und vieles mehr. Alles frisch und hochwertig. Hier w\u00fcrde ich mich, ohne Protest, eine Woche einsperren lassen.<\/p>\n<p>Der Prinz und die kleine Prinzessin suchen einen Sitzplatz, w\u00e4hrend ich ein Steaksandwich als ersten Gang besorge. Es schmeckt wunderbar. Der Prinz k\u00fcmmert sich um den zweiten Gang, Regenbogenfisch mit Kartoffelsalat. Wir warten geduldig an unserem Tisch auf die Aufforderung, den Fisch abzuholen. Es dauert. Wir haben gerade gegessen und schmecken das Steaksandwich noch auf der Zunge, deshalb haben wir es nicht so eilig. Wir warten. Das Steaksandwich ist inzwischen nur noch eine verblassende Ahnung. Im Bauch macht sich wieder Platz breit. Wir warten. Wir planen auch gleich noch Kaffee und Kuchen hier zu essen, weil es den nun wieder knurrenden Magen beruhigt \u00fcber das bevorstehende Essen zu sprechen. Wir warten. Wir sind im Urlaub und m\u00fcssen nicht, wie die anderen G\u00e4ste zur\u00fcck ins B\u00fcro. Wir warten nicht mehr. Uns langt&#8217;s! Der Prinz geht fragen, wo unser Lachs bleibt. Die Antwort &#8211; es gibt ihn leider nicht mehr. Der Lachs ist aus und wir wurden einfach vergessen. Wir bleiben in Schockstarre an unserem Platz sitzen. Eine Minute sp\u00e4ter kommt die Kellnerin und gibt uns unser Geld zur\u00fcck. Es tut ihr ja so leid. Ja, ja. Sie erz\u00e4hlt noch weiter, wir verstehen nicht. Wir nicken nur stumm mit den K\u00f6pfen. F\u00fcr mehr fehlt die Kraft, schlie\u00dflich haben wir Negativkalorien. Wir sitzen und \u00fcberlegen, was wir nun machen sollen. Dann kommt sie mit einem duftenden Teller mit Lachs und Kartoffelsalat. Es schmeckt super. Wir sind trotzdem sauer. Aber zum Gl\u00fcck nicht mehr hungrig. Vierzig Minuten haben wir von unserer knappen Zeit in Malm\u00f6 vertr\u00f6delt.<\/p>\n<p>Wir fliehen aus der Halle. Kaffee gibt es bestimmt auch woanders. Wir schlendern zum Schloss. Auf dem Weg sehe ich den irren Turm von Calatrava, der sich von unten nach oben um 90 Grad dreht. Ich will gerade auf den Ausl\u00f6ser dr\u00fccken. Da ruft der Prinz mir zu, ich solle doch warten, bis wir einen besseren Blick auf das Geb\u00e4ude bekommen. Ok, er hat bestimmt Recht, denke ich. Ein besonders sch\u00f6nes Foto w\u00e4re es wohl nicht geworden. Wir erreichen das Schloss, gucken es kurz an und laufen dann weiter durch den wundersch\u00f6nen Park. Dabei halten wir immer nach dem Calatrava Turm Ausschau &#8211; leider ist er nun nicht mehr zu sehen. Wir gehen ins Stadtzentrum. Es gibt wieder lustige Skulpturen und Springbrunnen und mir wird klar, wir haben zu wenig Zeit f\u00fcr Malm\u00f6. Wir laufen Richtung Hafen, immer noch auf der Suche nach dem Calatrava Turm &#8211; er bleibt verschwunden. Wer wissen will, wie er aussieht, muss Google befragen. Manchmal, also sehr selten, hat der Prinz eben doch nicht Recht.<\/p>\n<p>Wir gehen zur\u00fcck zum Auto und fahren nach Mellbystrand, unserem n\u00e4chsten Campingplatz. Auch dieser liegt direkt am Meer. Bevor wir ihn erreichen machen wir noch einen Stopp im ICA und f\u00fcllen unsere Vorr\u00e4te auf. Direkt nebenan ist ein Lindex, hier gibt es Klamotten f\u00fcr die ganze Familie. Da wir f\u00fcr Jette noch eine dicke M\u00fctze brauchen gehen wir hinein. Heraus kommen wir mit dem coolsten Krokodilmatschanzug, den es gibt und einem Blumenhaarband f\u00fcr das bevorstehende Midsommarfest. Am Campingplatz wird erst mal wieder aufgebaut. Dieses mal unter erschwerten Bedingungen &#8211; es st\u00fcrmt und regnet. Die kleine Prinzessin und ich gucken dem Prinzen aus dem Autofenster zu, wie er mit dem Zelt k\u00e4mpft. Am Ende gewinnt der Prinz knapp. Ich glaube er hat alle Herringe verwendet, die wir haben. Zum Abendbrot sitzen wir im Zelt. Der Kinderwagen dient an der Windseite als innere St\u00fctze. Es ist irgendwie gem\u00fctlich, wildromantisch &#8211; da schmecken die Stullen gleich nochmal so gut.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen ist grau und windig. Perfektes Wetter f\u00fcr Jettes neuen Krokoanzug. Unsere Tagestour geht heute in die n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfere Stadt Halmstad. Wir wollen ein bisschen Bummeln und nat\u00fcrlich Fika machen &#8211; die schwedische Kaffeetradition ist uns schon ans Herz gewachsen. In Halmstad finden wir ein ganz besonders h\u00fcbsches Caf\u00e9. Das Haus ist bestimmt 100 Jahre alt mit Holzbalken, schiefen B\u00f6den und ganz viel Charme. Der Kaffee ist stark, die Sm\u00f6rrebr\u00f6d dick belegt und die Zimtschnecken frisch und duftend. Wir laufen durch das \u00d6rtchen. Viel gibt es nicht zu sehen. Aber es gibt einen Outdoorladen Naturkompaniet, an dem der Prinz nicht vorbeikommt. Wir halten uns ewig mit den tausend Gadgets auf. Am Ende nehmen wir getrocknete \u00d6ko-Mahlzeiten des norwegischen Milit\u00e4rs mit, das m\u00fcssen wir einfach mal ausprobieren. Zur\u00fcck auf dem Zeltplatz st\u00fcrmt es wieder ordentlich. Jette isst das erste Mal mit &#8211; Sm\u00f6rrebr\u00f6d nat\u00fcrlich. Das ist bestimmt die raue schwedische Luft. Der Prinz kriegt in der Nacht kaum ein Auge zu, denn es st\u00fcrmt und hagelt noch schlimmer, als in der Nacht davor. Am n\u00e4chsten Morgen kommt die Sonne heraus, als w\u00e4re nix gewesen. Wir brechen auf nach G\u00f6teburg, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt in Schweden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweden 2018 \u00b7 Teil 3 Auf dem Weg nordw\u00e4rts zum n\u00e4chsten Campingplatz, besuchen wir Malm\u00f6, die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt Schwedens. Wir parken im Parkhaus der Konzert- und Kongresshalle im modernen B\u00fcro- und Gesch\u00e4ftszentrum. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Saluhalle, zu deutsch Markthalle. 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