{"id":971,"date":"2018-07-08T21:27:28","date_gmt":"2018-07-08T19:27:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/?p=971"},"modified":"2018-07-08T21:27:31","modified_gmt":"2018-07-08T19:27:31","slug":"siljan-see","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.freitagabeins.com\/index.php\/2018\/07\/08\/siljan-see\/","title":{"rendered":"Siljan See"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align:center;\">Schweden 2018 \u00b7 Teil 8<\/h3>\n<p>Es ist Zeit f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Stopp. Der gro\u00dfe, verwinkelte und sch\u00f6ne Siljan See in der Provinz Dalarna ist unser n\u00e4chstes Ziel.<\/p>\n<p>Bevor wir zum Campingplatz fahren, machen wir Halt in Mora. Der Ort liegt an einem kleinen Ausl\u00e4ufer des Sees. Mora ist vor allem bekannt als Zielpunkt des Wasalaufs, eines 90 Kilometer langen Skilanglaufwettbewerbs und f\u00fcr den K\u00fcnstler Anders Zorn, der aus Mora stammte.<\/p>\n<p>Dieser hat neben seiner k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit, alte schwedische Holzh\u00e4user gesammelt. In Zorns Gammelg\u00e5rden kann man sich diese circa 40 H\u00e4user, die zu einem Dorfplatz, einer Farm und einem Fischerort gruppiert sind, ansehen. Damit starten wir unsere Mora-Stippvisite. Mithilfe von Alltagsger\u00e4uschen, die aus Lautsprechern in und an den H\u00e4usern t\u00f6nen, entsteht tats\u00e4chlich der Eindruck, man w\u00fcrde durch alte Zeiten wandeln. Eine gro\u00dfe Textilsammlung mit traditioneller schwedischer Kleidung vervollst\u00e4ndigt die Zeitreise. Der Prinz und ich lassen es uns nat\u00fcrlich nicht nehmen, selber in Hemd und H\u00e4ubchen zu schl\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Nach der Kopfnahrung folgt die Bauchnahrung. Wir bleiben Anders Zorn treu und gehen durch das Ortszentrum direkt zum Zorn Caf\u00e9, das neben seinem Museum steht. Eine sehr gute Wahl. Wir essen \u00fcppige schwedische Quiche (Pajer) und endlich Pannkakor, schwedische Eierkuchen mit Sahne und Marmelade. Lecker. Nur schweren Herzens verzichten wir auf Kostproben der vielen anderen gebackenen K\u00f6stlichkeiten. Stattdessen laufen wir zur\u00fcck zum Auto, vorbei an einer beeindruckenden Stabkirche und dem Wasamonument.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter nach R\u00e4ttvik. Direkt am See liegt der Campingplatz, an dem wir die n\u00e4chsten zwei N\u00e4chte verbringen werden. Auf dem Weg dahin begegnen wir st\u00e4ndig Oldtimern, vor allem amerikanischen Modellen &#8211; Ford, Chevrolet, Cadillac. Ein Auto sch\u00f6ner als das n\u00e4chste. Und R\u00e4ttvik scheint tats\u00e4chlich ihr gemeinsames Ziel zu sein. Auf unserem Campingplatz, gehe ich erst mal auf Fotosafari. Eine ganze Reihe der Oldtimerbesitzer sind in den H\u00fctten am Campingplatz abgestiegen. \u00dcberall blubbern die Motoren. Die Besitzer sind unerwartet jung, zwischen 20 und 30 Jahren. Zum Teil mit Petticoat und Schmalztolle. Leider haben sie ein Faible f\u00fcr gro\u00dfe Boxen und ganz schlechte Musik, die sie anscheinend gern mit aller Welt teilen wollen. Sie sitzen mit bis zu 8 Leuten in den Cabrios und poltern mit 200 Dezibel und dicken B\u00e4ssen \u00fcber den Platz. Meine Euphorie ist ganz schnell verflogen. R\u00fccksichtslos, finde ich. Stillos, sagt der Prinz. Als wir gegen halb zehn am Abend, die zahnende kleine Prinzessin, endlich im Bett haben, ist es immer noch wahnsinnig laut. Ich stiefel \u00fcber den Platz, um ein wenig Mitgef\u00fchl zu erbitten. Ich laufe bestimmt 500 Meter und sehe die l\u00e4rmenden M\u00f6chtegern-Rockabillies auf der anderen Stra\u00dfenseite an einer Tankstelle. Schade, da habe ich wohl keinen Einfluss. Unglaublich wie laut die sind! Die ganze Nacht h\u00f6ren wir unfreiwillig den basslastigen Billigpop. Am n\u00e4chsten Morgen ist der Spuk vorbei. Jetzt erst k\u00f6nnen wir w\u00fcrdigen, wie sch\u00f6n es hier am See ist.<\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, besuchen wir die Kn\u00e4ckebrotfabrik in Leksand. Wir probieren uns durch bestimmt 30 Sorten Kn\u00e4cke, w\u00e4hrend die Einheimischen ihre Sieben-Kilo-Pakete an uns vorbei schleppen. Wir entscheiden uns f\u00fcr drei bescheidene Packungen &#8211; eine Variante mit Sauerteig, eine mit Blaubeeren und eine mit roten Linsen.<\/p>\n<p>Danach fahren wir zum Vidablick. Hier gibt es einen fantastischen Blick \u00fcber den Siljan See und auch Mittagessen. Ich nehme das SOS &#8211; eine Platte mit Butterbrot (Sm\u00f6rg\u00e5s), K\u00e4se (Ost) und eingelegtem Herring (Sill). Noch ein schwedischer Klassiker, den ich von meiner kulinarischen Aufgabenliste streichen kann.<\/p>\n<p>Wir fahren zur\u00fcck zum Campingplatz. Zu Fuss gehen wir zur \u00fcber 600 Meter langen Seebr\u00fccke. Die ist nicht nur wegen ihrer L\u00e4nge etwas ganz besonderes, sondern auch weil sie wirklich sch\u00f6n ist. Eigentlich ist sie nur ein langer Steg &#8211; es gibt keine B\u00fcdchen und keine Kinkerlitzchen &#8211; nur eine einfache Holzkonstruktion und bei etwa 500 Metern einen Minipark mit B\u00e4umen und B\u00e4nken. Romantisch. Nach dem Ausflug auf die Seebr\u00fccke laufen wir ins Zentrum von R\u00e4ttvik und kaufen ein Eis &#8211; denn daf\u00fcr ist der Ort bekannt. Das Mango-Joghurt-Eis ist tats\u00e4chlich wahnsinnig gut. Nach einer ruhigen Nacht am Siljan See, sind wir vers\u00f6hnt mit der R\u00e4ttvik und mit Oldtimern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweden 2018 \u00b7 Teil 8 Es ist Zeit f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Stopp. Der gro\u00dfe, verwinkelte und sch\u00f6ne Siljan See in der Provinz Dalarna ist unser n\u00e4chstes Ziel. 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