Heute ist Zeit für ein spielerisches Kräftemessen. Der Prinz und ich haben beim Minigolf eine Rechnung offen. Also nichts mit spielerisch, das ist bitterer Ernst. Am Tag vorher haben wir auf dem Weg nach Ringkøbing eine Adventuregolf-Anlage entdeckt, da wird der historische Wettkampf heute ausgetragen.
Jedoch nicht bevor wir noch ein bisschen in Ringkøbing flanieren, einen hygeligen Kaffee trinken und in den schicken dänischen Designshops um Vasen und Lampen herumschleichen.
Bei der Golfanlage gibt es eine Unmenge an unterschiedlichen Spielen, wir entscheiden uns für eine Runde Minigolf auf dem 9-Loch-Platz zum Warmwerden. Mit 6 Punkten schlägt mich der Prinz. Er ist heute gut drauf. Mist. Weiter geht es zum Adventure Golf. Hier fühlt man sich wie ein echter Golfer. Die Strecken bis zum Loch mit echter Fahne sind weit, dazwischen liegen Gras, Wassergräben und Bunker. Das macht richtig Spaß. Ich starte stark, liege bis zum elften von zwölf Löchern vorne. Der Prinz tut sich am Anfang schwer, besonders beim Putten. Aber im Laufe des spannenden Spiels wird er immer besser, seine weiten Schläge präziser und seine Putts gefühlvoller. Er gewinnt mit zwei Punkten Vorsprung. Und ich kriege schlechte Laune. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Weiter geht es mit Handballgolf, hier habe ich gegen den Basketballer natürlich deutlich schlechtere Voraussetzungen. Damit meine Laune nicht schlechter wird setzen wir das Punktezählen aus. Außerdem ist der Parcours nicht besonders gut. Als nächstes folgt Fußballgolf, auf dem gleichen Parcours, das macht schon deutlich mehr Spaß, auch wenn ich rein aus Mitleidsgründen die ganze neun Löcher vor mich hin schmolle. Der Prinz gewinnt mit zwölf Punkten Vorsprung. Ich möchte weinen, gebe mir aber natürlich die Blöße nicht. Jetzt kommt Schießen am Simulator. Wir haben noch 15 Minuten bevor die Anlage geschlossen wird. 15 Minuten, um meine Ehre und mein Selbstwertgefühl wieder herzustellen. Das geht natürlich im wahrsten Sinne des Wortes, daneben. Ich bin nicht schlecht, aber eben nicht so gut, wie der Prinz. Wir klettern in den Bus, ich mit tief gesenktem Kopf, der Prinz mit vorsichtig geschwellter Brust. Er freut sich nur ganz leise über seine Erfolge. Er ist eben ein Anständiger. Er schlägt vor, am Abend Würfelscrabble zu spielen, damit ich auch mal gewinnen kann. Die Aussicht darauf klingt gut.
Wir fahren Richtung Norden nach Thyborøn. Das Städtchen ist häßlich und das Essen im Tourirestaurant überteuert und nicht mal lecker. Egal, wir wollen hier ja nur übernachten und meinen Sieg beim Würfelscrabble feiern. Gegen neun Uhr am Abend startet das finale Match des Tages. Ich mache es kurz aber leider nicht schmerzlos: ich verliere. Der Prinz spielt mich in Grund und Boden und ich kann meine Tränen nicht mehr zurück halten. Das mit dem Verlieren fällt mir nicht leicht, aber zum Glück ist der Urlaub ja noch nicht vorbei. Auch ein 5:0 kann man noch drehen, mein lieber Prinz!





Dein Tag wird kommen, an dem Du dem Prinzen zeigen kannst, was eine Harke ist. 🍀
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! Aber gegen Basti zu gewinnen ist schwer, zu verlieren aber keine Schande 🤘😎