Nach der Raserei auf dem wohl schönsten Sandstrand Nordirlands schlafen wir gut und morgens grüßen freundliche Bauarbeiter, die zu annehmbarer Zeit gegen 8.00 Uhr mit den Arbeiten am wohl neuen Besucherzentrum beginnen. Wir plauschen über den viel zu kalten Mai und dass ein Anorak eigentlich so gar keinen Sinn macht zu dieser Jahreszeit. Dann arbeiten wir uns den Berg hinauf, der nochmal einen traumhaften Blick auf Benone Strand zulässt.
Nun aber weiter nach Derry, britisch auch Londonderry. Wir staunen über die Orgel in mattgrau in der Guildhall. In der Ausstellung über die „Plantation“ kann man in Verkleidungen hüpfen und so werden wir kurz zu irischen Bauern während der englischen Zwangsbesiedlung.
Von der Stadtmauer haben wir hervorragende Aussicht auf Bogside, wo man auch die Murals findet. 12 bekannte Wandgemälde, die vom Nordirlandkonflikt berichten, im katholischen Viertel von Derry. Zur anderen Seite Foyleside am River Foyle. Innerhalb der Wall gehen wir zu den Mural Artists in die People’s Gallery und kaufen ein Booklet, welches uns später noch tiefer in den Konflikt eintauchen lassen soll. Wie stark man hier noch mittendrin steckt, sehen wir beim Blick auf ein Viertel, wo alles in britische Farben gehüllt ist und gerade ein Spruch der Ulster Loyalists überstrichen wird.

