Die gestrige Wanderung sollte uns zu den höchsten und spektakulärsten Klippen Irlands führen – tat sie auch. Zumindest glauben wir das. Nach 2 Stunden Wanderung über den One Man’s Pass über Stock und Stein und mindestens genauso viel Matsch wie in Woodstock sahen wir die Gipfelpyramide vom Slieve League. Na ja, eigentlich stolperten wir fast darüber, denn sehen konnten wir nix. Schließlich wanderten wir die ganze Zeit durch die fetteste und spektakulärste Wolke Irlands. Die Brillen waren schon längst in den Jackentaschen verschwunden, da die Wolkenzuckerwatte einfach zu sehr daran klebte. Wir näherten uns den Klippen also tastend und mit zusammengekniffenen Maulwurfsaugen. Das einzige woran wir merkten, dass unter uns die Klippen waren, war dass der Boden plötzlich aufhörte und ein eisiger Wind von unten nach oben pfiff. Wir warfen einen Stein hinunter und hörten ihn nicht aufkommen. Na gut, das stimmt nicht ganz, aber hätten wir einen geworfen, wäre es bestimmt so gewesen. Nach ein paar dokumentarischen Heldenfotos rutschten wir den Matschberg auf unserem Hosenboden etwa anderthalb Stunden hinunter. Den uns am Fuße des Berges entgegenkommenden Touries mit sauberen Schuhen und Hosen begegneten wir mit Siegeslächeln. Zurück am Bus brauchten wir nochmal etwa eine Stunde, um die nassen, matschigen Klamotten vom genauso nassen Körper zu pellen.
Es war Zeit für eine Stärkung. Wir fuhren nach Donegal Town, die liebgewonnene Regenwolke mit wehmütigen Nieselregen immer im Schlepptau. Donegal ist eine niedliche kleine Touriestadt mit sechseckigem Marktplatz und kleiner Schlossruine. Und noch viel wichtiger einer anständigen Auswahl an Restaurants, die die frischen Fische aus der Gegend auf der Karte hatten. Wir entschieden uns für einen Seehecht und den obligatorischen Burger in der Olde Castle Bar. Eine gute Wahl.
Diese Nacht war es mal wieder Zeit für einen echten Campingplatz. Schließlich brauchten wir Wasser zum Putzen von Schuhen und Klamotten, Strom zum trocknen derselben und eine Dusche, um wieder zivilisationstauglich zu werden.
Das war ja sehr riskant. Ihr seid wirklich mutig. Passt bitte gut auf Euch auf. Viel Spaß weiterhin, Ihr Waghalsigen 😉