Schafe!

Heute waren wir bei Shepard Tom in Killary bei Leenane im Connemara National Park, am einzigen Gletscher in Irland. Eine wunderschöne Landschaft und perfekt für die liebsten Haustiere der Iren, die süßen, trotteligen und wuscheligen Schafe.

Bei Shepard Tom, der bei 50 Cent pro Schafsfell, nicht mehr vom Farmen allein leben kann, haben wir heute zuerst Hütehund Roy dabei zugesehen, wie er 6 Schafe mit unbändiger Freude kreuz und quer über die Weide scheucht und am Ende zielgerichtet hinters Gatter lenkt. Und auch dann lässt er die 6 nicht aus den Augen. Obwohl Shepard Tom längst alles im Griff hat. Denn jetzt kommt Teil 2 der Killary Sheep Show – das Schafe scheren. Das Opferschaf ist schnell ausgemacht und liegt dank der geübten Griffe von Tom nach ein paar Sekunden schon halb auf ihrem Rücken und halb auf ihrem Schafshintern, die Vorderhufe resigniert vor der Brust baumelnd. Shepard Tom zückt die Schere und geht manuell zu Werke. Die Maschinen findet er zu brutal, weil sie bis auf die nackte Haut gehen. Dann zu unserer großen Überraschung fragt er uns, ob wir weitermachen wollen. Wir zögern. Die Amerikanerin aus unserer Gruppe macht den ersten Schritt und dann ist natürlich jeder dran. Ich glaube, ich habe kurz gesehen, wie das Schaf, die Augen verdreht. Sie wusste, was ihr blüht. Lauter langsame Stadtdilletanten. Damit das Schaf irgendwann aus seiner blamablen Lage entlassen wird und zurück zu seinen Schaffreunden kann, übernimmt Tom erbarmungswürdig den letzten Rest. Dann geht es zum letzten Teil der Vorführung, dem zumindest von mir sehnsüchtig erwarteten Highlight. Lämmchen füttern. Jeder von uns bekommt eine Babytrinkflasche in die Hand gedrückt und drei sehr durstige und zuckersüße Lämmchen stürmen auf uns zu. Dabei sind sie so aufgeregt, dass sie am Ende die Hälfte der Milch in ihren Gesichtern haben und noch süßer aussehen. Dann ist leider alles vorbei. Ich brauch wohl nicht erwähnen, dass die drei Lämmer und Hütehund Roy jetzt hinten in unserem Bulli sind ;-D

Um uns nach der tollen Schafshow noch ein bisschen irischer zu fühlen und noch etwas Neues auszuprobieren, gehen wir in das Blackberry im nächsten Ort Leenane und bestellen ein Dutzend Austern. Sebastian ist begeistert. Und ich auch.

Danach geht es weiter nach Ennis, denn hier findet heute das bekannte Folkmusic Festival Fleadh Nua statt. Leider kriegen wir nicht viel davon mit, denn so richtig los geht es erst um 9 Uhr Abends. Zu spät für uns, denn bei Ennis gibt es für uns keine Übernachtungsmöglichkeit. Dennoch in 3 Bars wird schon ordentlich gefiedelt. Wir setzen uns in eine und bestaunen die Leichtigkeit mit der die 8 Musiker ohne Absprache und Noten so bezaubernde Musik machen. Mindestens die Hälfte der Instrumente kennen wir übrigens nicht. Genug gestaunt. Jetzt geht es zurück zum wilden Atlantik zur Milltown Malbay bei den Cliffs of Mohair.

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