Nachtrag: Als wir gestern am avisierten Stellplatz ankommen, stellen wir fest, dass dieser erstens nicht besonders schön ist und zweitens overnight parking inzwischen verboten ist. Da es schon spät ist, bleibt uns nichts anderes übrig als wieder ein Stück zurück zu fahren zum Stellplatz am Visitor Center der Cliffs of Moher. Hier gibt es laut Reiseführer den nächsten WoMo-Stellplatz. Die 30 km dorthin sind ein kleines Abenteuer, denn der Nebel wird immer dichter. Von anfänglich 50 Meter Sichtweite geht es Stück für Stück runter auf 2 Meter. Wir stellen den Bus im gefühlten Nichts ab und legen uns erschöpft schlafen. Der böige Küstenwind wiegt uns im Nu in den Schlaf.
Der Clou: am nächsten Morgen gehören wir zu den ersten Besuchern der Klippen, denn das Visitor Center macht erst um 9 auf, als wir schon ganz oben am O’Brien Tower stehen. Und am Eintrittspreis haben wir uns so unabsichtlich auch vorbeigemogelt.
Jetzt geht es Richtung Süden immer weiter auf dem Wild Atlantic Way. Ab und zu zeigt sich die Sonne. Vielleicht haben wir heute mal wieder Glück mit dem Wetter. Verdient hätten wir es ja.
Nachdem wir das erste Highlight des Tages bereits vor 10 Uhr abgehakt haben, bleibt genug Zeit für eine längere Autofahrt. Es geht zu Mortimer, Sebastians Lieblingscampingplatz bzw. dessen Besitzer. Der Platz heißt Mannixpoint und liegt in Cahersiveen am Ring of Kerry. Dieser zeichnet sich durch den erwähnten Besitzer und die liebevollen Details aus wie die frischen Blumen in den Bädern, der vollbestückten Gemeinschaftsküche und dem Kaminzimmer mit Torffeuer, Zeitungen, Büchern und sogar Instrumenten. Umso schnell wie möglich zu Morty zu kommen, nehmen wir die Autofähre von Killimare ins County Kerry. Dann fahren wir weiter und machen einen ausgedehnten Spaziergang am Rossbeigh Strand in Glenross.
Und Sebastian erinnert sich an seine Kerry-Wanderung. Wieder begegnen uns Rennpferde und dazu Drachenflieger, Paraglider und ein Kitesurfer, der Trockenübungen macht und dabei den halben Strand umpflügt.
Als wir bei Morty ankommen, werden wir von einem deutschen Pärchen mit großem Gelächter begrüßt. Der Grund: sie haben den gleichen Bus wie wir, in der gleichen Farbe und das Nummernschild unterscheidet sich nur in den letzten zwei Ziffern.
Wir stellen den Bus ab und gehen in die Stadt. Es ist Sonntag und daher wieder schwierig mit einem verspäteten Mittagssandwich. Wir werden zum Glück fündig im netten Fertha Restaurant. Dort läuft gerade das Provinzfinale im Hurling zwischen Limerick und Clare. Limerick gewinnt denkbar knapp und wir führen uns Spaziergang fort. Wir gehen zu den zwei nahegelegenen Forts und besichtigen die Schlossruine. Wieder sind wir überall fast ganz alleine.
Als wir am Abend nach bestimmt 10 km Wanderung zurück kommen, brennt schon das Torffeuer. Wir setzen uns noch ein bisschen in den Gemeinschaftsraum und schauen Bilder an.

Toller Post – so muss das sein! 🙂