Für die Familie vom Prinzen und für den Prinzen selbst ist das Zillertal so etwas wie das Basislager für jeden Urlaub. Ohne eine Fahrt ins Zillertal zählt ein Urlaub eigentlich gar nicht als Urlaub. Daher ist es kein Wunder, dass unsere Familien-Auszeit hier startet.
Ich glaube, ich bin bisher drei oder vier Mal mit dem Prinzen im Zillertal gewesen. Zum Leidwesen des Prinzen, hat meine Anwesenheit immer für schlechtes Wetter gesorgt. Die schöne Landschaft von der mir immer berichtet wurde, hat sich bisher erfolgreich hinter dicken Wolken vor mir versteckt. Aber die kleine Prinzessin scheint den Bann gebrochen haben. Bei schönstem Wetter konnte ich endlich verstehen, warum das Zillertal so innig geliebt wird in meiner Familie.
Die Landschaft ist traumhaft schön, das Essen toll und es gibt so unheimlich viele Dinge, die man hier unternehmen kann. Schmalspurbahn, Klettersteig, Shopping, Sennerei, Sommerrodelbahn und so Vieles mehr. Kein Wunder also, dass sich die kleine Prinzessin direkt das Zillertal-Virus eingefangen hat. Was soll sie auch machen, bei ihrer genetischen Disposition. Wir mussten jedenfalls versprechen, im nächsten Jahr wieder hierher zu fahren, um alle die Dinge zu tun, die wir dieses Jahr nicht geschafft haben und die Dinge immer wieder zu tun, die uns dieses Jahr so viel Spaß gemacht haben. Kein schlechter Ausblick.
Was haben wir also getan? Wie waren viele Runden im Pool, sind etliche Male zum Boden getaucht, haben die Wasserballettfigur „das Brathähnchen“ erfunden und die Urlaubsherausforderung Seeräuber-Prüfung ausgerufen.
Der Prinz hat sich dem Berg gestellt und hat zwei Klettersteige bezwungen. Allein nur mit Wasser, Proteinriegeln und Willenskraft bewaffnet.





Während der Prinz an der Felswand hing, waren Jette, Ruth, Matze und ich auf dem schönsten Spielplatz, den ich je gesehen habe – dem Auenland. Wir sind in Flößen um die Wette gefahren, habe jede Schaukel über TÜV-Maßstäbe hinaus getestet, haben uns beim Trampolin springen unseren Ängsten gestellt, haben die schönsten und wahrscheinlich wertvollsten Steine gesammelt und irgendwo vergessen, haben uns in Netzen verheddert haben und natürlich Eis gegessen.








Und was noch? Ach ja, die Kaiserschmarrn Odyssee. Ein Österreich-Besuch ohne Kaiserschmarrn ist genauso wenig gültig wie ein Urlaub ohne Zillertal, finden wir. Also machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg in das schöne Städtchen Mayrhofen, mit einem Tipp für den besten Kaiserschmarrn der Welt im Gepäck. Café Kostner – ein Paradies für Liebhaber aller gebackenen Leckereien – zu denen wir uns natürlich zählen – dort wollen wir unseren Kaiserschmarrn-Traum einlösen. Nur wird nix daraus – Ruhetag. Wir trotten enttäuscht, ausgehungert und müde zum nächsten gut-bewerteten Café – die Küche hat zu wegen Nebensaison. Wir trotten weiter noch enttäuschter und ausgehungerter. Die Familienharmonie ist nun in echter Gefahr. Am Ende landen wir im Hotel Neuhaus. Hier bin ich schon mal mit dem Prinzen gelandet, als das Wetter schlecht war und alles andere zu hatte. Auf das Neuhaus ist eben Verlass. Und der Kaiserschmarrn hier ist auf jeden Fall der zweitbeste der Welt.


