Unser erstes Ziel in Italien: Verona. Wir nehmen die 3-Stunden-Touridruckbetankung, denn mehr Zeit haben wir nicht und eigentlich wollen wir ja in die Toskana. Also, Auto abgestellt in der Nähe des Centro Storico und auf geht’s zur Sehenswürdigkeiten-Jagd.
Ach nee, vorher noch etwas essen – dringend! Ich habe tierisch Hunger und der Prinz ist genervt, weil sich mein Tagesablauf komplett ums Essen dreht. Das stimmt natürlich, ändert aber nichts an meinem verzweifelten Zustand. Ich schlage ein Restaurant vor, der Prinz findet das doof. Es kommt also, wie es kommen muss – wir machen den schlimmsten Tourifehler und nehmen das Erstbeste, was am Wegesrand steht: Einen niederländischer Frittenimbiss. Der Prinz bestellt die Jumbo-Portion, damit ich endlich Ruhe gebe. Nach der Hälfte schmeißen wir die Tüte entnervt in den Müll. Glücklicher haben uns die Fritten nicht gemacht, aber immerhin ist der Hunger gestillt. Beschämt sehen wir ein paar Häuser weiter leckere italienische Panini und schwören nie wieder in diesem Urlaub Nicht-italienisches zu essen. Wir kaufen also gleich frische Nudeln, Soßen und Biscotti, um uns von der kulinarischen Sünde reinzuwaschen. Das Abendessen wird definitiv um Längen besser werden.
Ok, nun zur Touri-Druckbetankung. Wir laufen den Wegweisern zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten hinterher. Zuerst die Arena, beeindruckend! Dann Julias Haus mit Balkon und blankgewetzter Statue – hier ist das beeindruckendste die Menge an Liebesgraffitis auf der Wand. Zum Schluss noch das Castel Vecchio – sehr schön. Geschafft, die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgehakt und am Ende ist sogar noch Zeit für ein erstes Gelati mit Erdnuss und Schokolade. Verona ist wirklich wunderschön. Ständig wird man von neuem großartigen großen und kleine Piazzas überrascht, einer schöner als der andere. Aber die Stadt ist unendlich voll. Die Tourischwemme minimiert die Romantik. Immerhin, die Kräne tragen hier Herzen – süß.
Nun geht es weiter zum Campingplatz – ein Agritourismo. Der Platz liegt am Rande der nahegelegenen kleinen Stadt Villafranca di Verona. Durch ein landwirtschaftliches Tor geht es über einen Sandweg bis zu einer Art Waldlichtung mit vielen Picknickbänken und einer Art Terassen auf Hochständen – irgendwie süß. Aber auch komisch, hier feiern nämlich gerade zwei italienische Großfamilien Feste und wir sind die einzigen Touristen. Wir verziehen uns in eine Ecke und warten bis die Feierei vorbei ist, dann machen wir unser Abendessen. Wir sind ganz allein mit ein paar Glühwürmchen. Es wäre ganz romantisch, wenn nicht der Flugplatz von Verona in der Nähe wäre. So verfolgen wir bis 22:50 den Flugplan und passen auf, dass keiner zu spät kommt.








Wie immer, große Klasse – wunderbar plastisch alles beschrieben. Viele Grüße an den Prinzen – wir haben auch jahrzehntelang unter dem Ruf nach Essen und/oder etwas trinkbaren gelitten. Wir können das gut nachvollziehen. Viel Spaß weiterhin.