Nach einem einsamen Frühstück neben der Kiwiplantage fahren wir Richtung Florenz, der Hauptstadt der Toskana. Der Campingplatz unserer Wahl liegt außerhalb, auf einem Hügel vor der Stadt, in Fiesole und bietet einen großartigen Blick auf das Meer an roten Dächern und der schon von weitem sichtbaren Domkuppel.
Der Weg dorthin ist typisch toskanisch – eng, steil und extrem kurvenreich. Der Bus ächzt, manchmal auch der Prinz, aber wir kommen auf dem hügeligsten Campingplatz der Welt an. Hier braucht man Wademuskulatur für den Weg zur Toilette. Leider entspricht der Anblick der sanitären Anlagen in keiner Weise dem edlen Panorama und auch der Geruch ist nicht gerade fein.
Wir gehen also schnell wieder. Wir nehmen den Shuttle zum Stadtzentrum von Fiesole und dann den Bus zur Piazza San Marco in Firenze. Das geht schneller als gedacht. Angekommen in Firenze widmen wir uns zuerst unseren leeren Mägen – dieses Mal planvoller als in Verona. Wir haben ja aus unserem Fehler gelernt. Schon im Bus haben wir die Destination für unser leibliches Wohl heraus gesucht – eine Markthalle im Stadtteil „…“ – hier gibt es anständige Paninis, Tramezinis und eigentlich alles, was man sich wünschen kann. Ok, es ist ein bisschen Hipster – aber es schmeckt.
Gestärkt geht es durch die Stadt, wir laufen von einer Piazza zur nächsten; ein beeindruckendes Gebäude jagt das andere. Firenze ist wunderschön und sehr beeindruckend. Als wir am Duomo ankommen verschlägt es uns aber schier den Atem – was für ein Gebäude! Unglaublich: die Unmengen an Marmor blenden fast, die Größe ist kolossal und die Kunstfertigkeit kaum zu erfassen.
Wir reihen uns also ein in die lange Schlange zur Besteigung der Domkuppel – insgesamt brauchen wir 2h für das Abenteuer, davon 45 Minuten anstehen, 30 Minuten hochlaufen, 30 Minuten hinunter und 15 Minuten staunen auf dem Kuppeldach. Es hat sich gelohnt, das Panorama ist durch nichts zu toppen und es wird uns noch bewusster, was für eine tolle Konstruktion das eigentlich ist. Beim Aufstieg geht man zwischen den Kuppelwänden hoch. Dadurch wird es auch immer enger und irgendwann einspurig und damit langwierig.
Die Kuppel hat einen Durchmesser von 42 Metern und eine Höhe von 90 Metern. Wie wir am nächsten Tag erfahren, wurde sie jahrelang nicht gebaut, weil sich niemand an dieses gewaltige Projekt herangetraut hat. Der Dom stand also ohne Dach herum bis Fillipo Brunelleschi erklärte, dass er es schaffen kann eine selbsttragende Kuppel zu bauen. Als Beweis soll er den alten Trick von Columbus mit dem stehenden Ei angewandt haben. Ob mit oder ohne Eiertrick – er hat es jedenfalls geschafft.
Nach der Kuppel laufen wir noch fix zur Ponte Vecchio und dann zurück zur Piazza San Marco – es ist Zeit zurück zu fahren. Auf dem Campingplatz angekommen lecke ich mir die stadtwunden Füße und der Prinz kocht das Abendessen. Buona Notte.






👍 Super – toller Kulturtag, nun sollte ein bisschen Erholung folgen, damit sich die Füsse regenerieren können.