Robbie!

Wir beginnen den Tag mit einem Spaziergang durch Lynstrup. Wie wir schnell merken, ist das kleine Örtchen ein Mekka für Glas- und Keramikkunstfans. In jedem zweiten Laden gibt es Gläser, Schälen und Vasen, auch ein paar Gemälde. Oft steht der Künstler selbst hinter dem Verkaufstresen. Sehr schöne Sachen gibt es hier. Wir können uns aber nicht durchringen etwas mitzunehmen. Wir schauen dem Glasbläser eine Weile beeindruckt zu und dann gehen wir wieder in unseren Bulli. Heute wollen wir die nördlichste Spitze Dänemarks erreichen.

Vorher machen wir noch Halt bei Råbjerg Mile, der größten dänischen Düne. Die Düne ist nicht so hoch, wie die von gestern, aber nicht weniger beeindruckend. Hier kann man üben, wenn man sich mit Joey Kelly bei einer Wüstendurchquerung duellieren möchte. 

Als nächstes geht es zu einem befahrbaren Strand. Wir sind fast die einzigen hier und düsen von links nach rechts. Schließlich ist das unser letzter befahrbarer Strand in diesem Urlaub. Ach ja und das letzte mal Nordsee auch. Wir haben also keine Wahl. Wir müssen baden gehen. Das Wetter ist gegen uns, Aber wir sind hart. 17 Grad Wasser- und 19 Grad Lufttemperatur, sagt das Heldenthermometer. Wir sind ein bisschen stolz auf uns.

Wir fahren nach Skagen, bummeln ein bisschen in den kleinen Gassen mit den ausnahmslos gelb gestrichenen Häusern. Am Hafen essen wir unser bisher bestes Essen und das für einen richtig angemessenen Preis. Im Skagen Fiskerestaurant nehme ich die Muscheln mit Pommes Frites und der Prinz eine Fischsuppe. Darauf sind eine dicke Krabbenzange und eine Languste dramatisch angerichtet. Wir müssen beide ganz schön arbeiten, um an die leckeren Zutaten zu kommen. Aber wir schaffen es und am Ende ist alles ratzefatze leer. Aber wie sollte es auch anders sein, wenn der Prinz dabei ist. 

Nach dem Essen beeilen wir uns, um noch vor Sonnenuntergang nach Grenen zu kommen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Hier treffen Nord- und Ostsee aufeinander oder wie die Dänen sagen Skagerrak und Kattegat, womit sie die dänische Ostsee meinen.

Wir laufen von unserem Stellplatz los, das Abendlicht lässt den Strand orange leuchten. Bald sehen wir tatsächlich wie die beiden Meere aufeinander treffen. Die Ostsee fließt nach links, die Nordsee nach rechts und in der Mitte herrscht Chaos. Irre. Aber unser beeindruckendstes Erlebnis kommt erst noch. Der Prinz erspäht einen Seehund. Immer wieder sehen wir seinen Kopf an einer neuen Stelle aus dem Meer tauchen. Kurz darauf sehen wir noch einen Seehund. Er robbt auf die Landspitze zwischen Nord- und Ostsee und dann wieder zurück. Vor lauter Aufregung zeigt mein Video nur den Sand vor meinen Füßen. Der Prinz, inzwischen zum Naturforscher mutiert, baut uns einen Sichtschutz, damit der Seehund sich wieder hervor traut. Und tatsächlich, er robbt wieder auf die Landzunge,  dreht sich in Supermodelmanier um 180 Grad und robbt wieder zurück. Das Video ist im Kasten und wir so verzückt, dass wir die ganze Nacht von süßen Seehunden träumen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert