Von Grenen geht es fast direkt nach Aalborg, der viertgrößten Stadt Dänemarks und Aquavit Legende. Auf dem Weg dorthin, machen wir nur einen kurzen Zwischenstopp. Am Ostseestrand gehen wir ein bisschen neben dem sanften Meer spazieren und sammeln ein paar Muscheln für Ella.
An die Stadt pirschen wir uns von der gegenüberliegenden Seite des Limfjords heran. Wir halten an einer Stelle an der man angeblich einen tollen Blick über die Stadt hat. Stimmt aber nicht. Immerhin kann man hier ein paar Überreste einer alten Stadt betrachten, die in dem Hügel verschwunden ist. Wir fahren weiter Richtung Zentrum. Wir sind seit über einer Woche mal wieder in einer richtigen Stadt. Das bunte Treiben, die großen Häuser, das fühlt sich ganz komisch an, nach den einsamen Nordseestränden. Aber Aarlborg ist eine sehr hübsche Hafenstadt und natürlich lange nicht so voll und geschäftig wie Berlin.
Wir fahren in ein Parkhaus direkt am Hafen. Hier regiert moderne Architektur. Das Musikhuset, die Universitetet und das Uzon Zentrum sind direkt nebeneinander und ein Haus ist schöner als das andere. Dazwischen stylische Parkbänke und Mülleimer. Herr Uzon war übrigens der Architekt des Opernhauses von Sydney. Im Uzon Zentrum gibt es natürlich eine Architekturausstellung. Aber dafür haben wir jetzt keine Zeit. Wir haben Hunger, also ich hauptsächlich.
Dieses Mal gibt es keinen Fisch, also nicht nur. Dieses Mal gibt es eine andere dänische Spezialität – Smørebrød. Wir gehen ins Mortens Kro, ein richtig gutes Restaurant. Zum Mittag gibt es hier die drei vom Chefkoch ausgewählten Smørebrød für 150 Kronen. Überhaupt ist es die beste Strategie in Dänemark eher die Frokost im Restaurant zu essen, als das Abendbrot. Das ist viel günstiger, passt aber meist nicht zu unserem Tagesplan. Zurück zu den Smørebrød, wir bekommen eins mit Kartoffeln, Ricotta, Bacon und Cocktailsauce, eins mit Scholle und Dillsauce und eins mit Roastbeef, Tomate und Zwiebelringen. Und jeweils tausend anderen Zutaten, die wir nicht erkennen. Die Brote sind kleine Kunstwerke, optisch wie kulinarisch. Okay, jetzt haben wir wieder Kraft für die Stadt. Wir bummeln durch die Fußgängerzone, vorbei an kleinen Fachwerkhäusern und Lager- und Wohnhäusern, die uns ein bisschen an Hamburg erinnern. Ein oder zwei der schönen dänischen Möbelläden schauen wir uns auch wieder an.
Bevor wir zum nächsten Campingplatz rollen, quälen wir unsere stadtmüden Füße Richtung Aalborg Kongress- und Kulturzentrum. Hier gibt es nämlich den Park der singenden Bäume, de syngende træer. Vor knapp 20 Jahren hat das Kongress- und Kulturzentrum ein alternatives Gästebuch ins Leben gerufen. Die Musiker, die im Zentrum auftreten, pflanzen einen Baum. Vor jedem Baum steht eine Metallsäule mit dem Namen des Künstlers und einem Knopf. Drückt man auf den Knopf, ertönten Ausschnitte der Hits des Künstlers. Und in Aalborg war anscheinend schon fast jeder. Der erste war Sir Cliff Richard, es folgten unter anderem Bob Dylan, Montserrat Caballe, Guns’n’Roses, Backstreet Boys, Helene Fischer und viele viele mehr. Es sind wohl bereits über 80. Der Prinz und ich haben jedenfalls Spaß. Wir rennen von Säule zu Säule, drücken die Knöpfe und machen unsere eigene kleine Parkparty.
Für das Uzon Zentrum sind unsere Füße jetzt zu plattgetanzt und auch das Museum für moderne Kunst heben wir uns für den nächsten Besuch in Aalborg auf. Eine hübsche Stadt ist das.




