Schweden 2018 · Teil 2
Die sechsstündige Fährfahrt verbringen wir mit Essen, Schlafen und ein wenig Reiseführerlektüre. Gegen zwei Uhr berühren die Bullireifen dann den schwedischen Boden.
Unser erstes Ziel, wie bei jedem Campingurlaub, ein Supermarkt. Wir brauchen ewig – weil man in jedem neuen Supermarkt ewig braucht, weil der ICA einfach riesig ist und weil es einfach Spaß macht. Wir lieben ausländische Supermärkte. Was uns an diesem besonders auffällt, er ist richtig gut. Es gibt riesige Fleisch-, Käse- und natürlich Fischtheken – mit frischgemachten Spießen, Salaten und Pasteten. Es gibt viel Bioware, Veganes und Gesundes. Total gegensätzlich aber auch typisch ist Aufstrich aus der Tube. Käse, Wurst, Fisch und Kaviar gibt es ganz praktisch aus riesigen Zahnpastatuben. Vielleicht wollen sich die Schweden ab und zu ein bisschen wie auf der ISS fühlen, vielleicht sind es aber auch nur Überbleibsel aus einer anderen Zeit. Der Prinz bekommt an der Tubenwand jedenfalls einen ganz glasigen Blick. Er erinnert sich an die Campingtouren mit Mülli und nimmt aus rein romantischen Gründen eine Tube mit. Das Äquivalent der Astronautennahrung für Babies sind Quetschies, auch die gibt es hier in Hülle und Fülle und nicht nur mit süßem Obstmus gefüllt wie zuhause sondern auch herzhaft mit Spaghetti Bolognese, Fisch und Co. Wir entscheiden uns für einen Quetschi mit Hühnchen und Coucous in der Hoffnung damit endlich den Heilsbringer in Sachen Nahrung ohne Brust für die kleine Prinzessin in der Hand zu halten.
Mit vollem Vorrats- und Kühlschrank fahren wir an den südwestlichsten Zipfel von Schweden, nach Falsterbo. Hier gibt es einen Campingplatz direkt am Meer. Die kleine Prinzessin und ich machen es uns erstmal auf der Picknickdecke bequem und beobachten den Prinzen beim Aufbau unserer Festung. Dach aufklappen, Fenster verdunkeln, das grüne Logistikzelt aufbauen und füllen, Markise ausrollen, Tisch und Stühle aufstellen – und schwupps schon ist es Zeit zum Abendessen. Obwohl es zum Strand nur ein paar hundert Meter sind, heben wir uns den Besuch desselbigen bis zum nächsten Tag auf. Morgen ist er bestimmt auch noch da.
An unserem ersten vollständigen Tag im Wicki-Land besuchen wir die Trelleburg, dem der kleine Hafenort, in dem wir gestern angekommen sind, seinen Namen verdankt. Die Burg wurde vom berühmt berüchtigten Harald Blauzahn knapp 1.000 Jahre n. Ch. erbaut. Übrig geblieben sind ein paar Grundplatten. Das was man dort jetzt sehen kann ist eine Rekonstruktion eines kleine Teils von der ehemals imposanten Anlage. Das Museum ist bestimmt interessant, hat aber leider geschlossen. Wir klettern also ein bisschen auf den rekonstruierten Mauern herum und lesen die Infotafeln. Dann treibt uns mein Hunger mal wieder weiter. Wir laufen durch die Einkaufsstraße der kleinen Stadt auf der Suche nach leckerem und bezahlbaren Essen. Fündig werden wir in einer kleinen, nicht besonders attraktiven Bageri. Hier essen wir drei Smörrebröd und unsere erste Zimtschnecke – alles schmeckt super. Dazu gibt es kostenlosen Filterkaffee und Wasser – das ist nämlich so in Schweden. Das Zentrum von Trelleburg hat ansonsten nicht viel zu bieten, außer einen hübschen Regenskulptur. Wir fahren zurück zum Campingplatz. Es wird Zeit, die Ostsee auf der schwedischen Seite genauer zu begutachten. Mit Bikini und Badehose marschieren wir über die weite Dünenlandschaft. Am Strand sind wir fast allein. Wir versuchen ein halbwegs windgeschütztes Lager zu finden. Und dann springen wir endlich ins Meer. Es ist herrlich! Die kleine Prinzessin siebt derweil fröhlich den Sand und versucht getrocknete Algen zu essen. Nach dem Bad in der Ostsee machen wir den Restekuchen alle und gucken auf das glitzernde Meer. Um die Campingromantik perfekt zu machen, kocht der Prinz am Abend Nudeln mit Bolognese. Die kleine Prinzessin isst sogar ein bisschen mit. Das muss die gute Meeresluft sein.
Weiter so, erholt Euch gut und passt auf Euch auf. LG Mutii, Gabi und Oma
Das hört sich ja ganz wunderbar an, das Wetter scheint ja auch mitzuspielen! Ich hoffe ihr habt jetzt mal ein bisschen mehr Nacht Ruhe? Und bei den aufgezählten Leckereien wird es der Prinzessin bestimmt auch leicht fallen einmal andere Kost zu probieren. Viel Spaß weiterhin und hoffentlich gutes und sonniges Wetter. Liebe Grüße aus dem kalten und feuchten Berlin.
Die Nächte sind mal so mal so. Aber Sebastian schläft gut oben im Dach und tankt ordentlich Energie. Jette findet langsam Gefallen am Essen. Sie hat schon eine halbe Olive, Lachs-Nudel-Suppe und Zimtschnecke gegessen und zum Abendbrot Brot mit Philadelphia. Wir grüßen zurück aus den sonnigen Schären.